Montag, 23. Februar 2009

Rudresh Mahanthappa - ein Visionär des Jazz

Rudresh Mahanthappa. (Foto: PR)

Acht CDs, alle nahezu weltweit beachtet und teils mit Auszeichnungen geehrt, hat der 37-jährige Rudresh Mahanthappa bisher unter seinem eigenen Namen veröffentlicht, weitere neun CDs als Sideman, und in bis zu sieben Bandprojekten gleichzeitig ist er involviert. In den letzten sechs Jahren kam er immer auf vordere Plätze beim Internationalen Downbeat Kritiker-Poll „Rising Star - Alto Saxophone“ ein, im Jahre 2008 erreichte er da sogar den zweiten Platz.

Ist schon der feste Ton von Mahanthappas Altsax-Spiel beeindruckend, so besteht das Besondere seiner Kunst in der vielfältigen, immer neue Aspekte und Schattierungen umfassenden Verbindung zwischen zeitgenössischem Saxofon-Spiel und südindischer Musiktradition. Im Spannungsfeld von polymetrischer Musik in einer gleichbleibenden Tonart und Jazzimprovisationen mit anspruchsvollen harmonischen Entwicklungen über aufgelöste Metren bewegt sich Mahanthappas faszinierendes Schaffen.

Besonders die erst kürzlich hochgeehrte CD „Kinsmen“, eingespielt mit südindischen Musikern, und die CD „Apti“ der sogenannten Indo-Pak Coalition (neben Mahanthappa noch der Amerikaner Dan Weiss, Tabla, und der pakistanisch-amerikanische Gitarrist Rez Abbasi) verdeutlichen die exotisch klingende „indische“ Seite des wahnwitzigen Altsaxspiels Mahanthappas, während der Meister sich innerhalb des Trios Mauger (mit Mark Dresser, Bass, und Gerry Hemingway, Drums) am weitesten in die Richtung eines mehr linearen, hochambitionierten New Yorker Downtown-Jazz bewegt.

Weitere Veröffentlichungen zeigen, wie neugierig und forschergleich Mahanthappa die Möglichkeiten der musikalischen Zwiesprache mit seinem langjährigen künstlerischen Wegbegleiter, dem Pianisten Vijay Iyer, auslotet. Mehrere CDs unter dem Namen Iyers, eingespielt meist im Trio oder im Quartett, vermitteln bisher so nicht gekannte melodisch-rhythmische Spannungsfelder. Essenziell zeigt sich dies in der Musik der Duo-CD „Raw Materials“. „Ein faszinierender Blick in den einzigartigen musikalischen Dialog, der schon mit dem zwischen John Coltrane und McCoy Tyner verglichen wurde“, heißt es anlässlich der Neuauflage bei PI Recordings.

Was die CD „The Beautiful Enabler“ des Mauger-Trios angeht, so schreibt Clifford Allen im Internetportal „Bagatellen“, dass dieses Trio außergewöhnlich hörenswert sei, da es die Vielfalt der Möglichkeiten eines solch instrumental einfachen Trio-Zuganges aufzeige. Und einer der einflussreichsten Weblogs für zeitgenössischen Jazz schwärmt: „Und wieder ein wundervoll reiches Album, mit einer Menge musikalischer Ideen, Stimmungswechseln und kraftvoller Expressivität. Sehr empfehlenswert!“

Mahanthappa tritt am 28. März 2009 mit dem Trio Mauger zum Festival Jazzwelten 2009 in Dresden auf.

Montag, 16. Februar 2009

John Wolf Brennan: Familiäre Spuren aus halb Europa bündeln sich in seiner Biografie

Der Musiker John Wolf Brennan, auch sportlich-alpinistisch fit, auf dem Großen Mythen, Schwyz. (Foto: Rolf Bösch)

John Wolf Brennan, Pianist und Komponist, ist seit etwa drei Jahrzehnten auf der europäischen und weltweiten Jazzszene aktiv. Martin Kunzler schreibt in seinem Jazzlexikon (rororo): „In ständigem kreativem Balanceakt zwischen Improvisation und Komposition hat Brennan einen eigenständigen europäischen Beitrag geschaffen.“

Das typisch „Europäische“ in Brennans Musik hat sicher auch damit zu tun, dass in John Wolf Brennans Biografie Spuren und Einflüsse verschiedener europäischer Kulturen in seltener Weise zusammenlaufen.

John Wolf Brennan wurde 1954 in Dublin in eine Musikerfamilie geboren. Seine Mutter Una Brennan war eine professionelle, klassische Sängerin, sein Vater Hans Wolf ein begnadeter Amateurpianist.

John Wolf Brennans Urgroßvater väterlicherseits, Carl Wolf-Fischer, wurde 1863 im sächsischen Jöhstadt an der tschechischen Grenze geboren. Sein Bruder hatte einen großen Fleischerladen im böhmisch-sudetendeutschen Karlsbad, und dort sind bis heute Verwandte nachgewiesen. Carl emigrierte zuerst nach Frankreich, dann nach einem Abstecher in die USA in die Schweiz, wo er in Sils im Engadin im Hotel Edelweiss sich vom Küchenbursche bis zum Hoteldirektor emporarbeitete. Von der Hotel-Küche aus sah er täglich den Piz Albana, und weil er sich ausrechnete, dass dies a) ein schöner Name und b) der Buchstabe im damaligen Telefonverzeichnis als erster aufscheinen würde, hat er die „Villa Köhler“, ein Hotel in Weggis, in „Albana“ umgetauft, nachdem er es 1896 übernehmen konnte.

Dessen Sohn Karl Wolf (1897-1952) und sein Enkel Hans-Peter Wolf (1923-1986) – der Vater John Wolf Brennans – haben es dann weitergeführt, und Johns Bruder Peter Wolf (nicht zu verwechseln mit dem Sänger der J.Geils Band oder dem Keyboarder von Frank Zappa) führt den Betrieb seit 1990 nun in vierter Generation.

In der Verwandtschaft John Wolf Brennans gibt es nach Deutschland noch weitere und sogar nach Schweden musikalische Brücken: Der Pianist, Komponist und Liedbegleiter Karl-Ulrich Wolf (1921–1957), der mit 36 Jahren früh verstorbene Onkel John Wolf Brennans, war designierter Direktor des Konservatoriums Stockholm, vorher längere Zeit in Stuttgart tätig, und, laut Hörfunkbeiträgen aus der damaligen Zeit, einer der ersten „westlichen Musiker“, die in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone Konzerttourneen unternahmen. Wahrscheinlich ist, dass er ab 1947 auch in Dresden und Leipzig konzertierte.

John Wolf Brennan lebt mit seiner Frau Béatrice, einer Pianistin, und ihren drei Töchtern in einem neuen Haus in Weggis. Die Familie ist weitläufig mit dem Clan jener Brennans verwandt, zu der die berühmte Esoterik-Pop-Diva Enya gehört. John und Béatrice haben sogar eine ihrer drei Töchter nach Enya benannt – er könne zwar nichts mit dem „Weichspülersound“ von seiner entfernten Verwandten Enya anfangen, aber als Mensch „ist sie ein Original“, so John.

Was man sicher für John auch annehmen darf – nur kommt bei ihm seine vielfältige, intensive und ideenreiche Musik dazu, die – so könnte man meinen – halb Europa zum Klingen bringt.

Überzeugen kann man sich davon in der näheren Zukunft zum Festival JAZZWELTEN 2009 in Dresden – dort spielt John gemeinsam mit Arkady Shilkloper am Glockenspielpavillon des Dresdner Zwingers eine Weltpremiere und er tritt mit seiner Band Pago Libre auf.
John feierte am 13. Februar 2009 seinen 55. Geburtstag. Dafür hat er sich zusammen mit seiner Familie für eine Woche in die Berge zurückgezogen.
Fast alles über John Wolf Brennan hier.

Montag, 19. Januar 2009

Dresdens Jazz-Legende Günter Hörig gestorben

Erst kürzlich, am 21. November 2008, gab Günter Hörig (l.) gemeinsam mit seinem Sohn Tobias ein Jazz-Konzert an zwei Klavieren. (Foto: Weinbergskirche Dresden-Trachenberge)

Der Jazzpianist, Komponist, Bigbandleiter und Hochschullehrer Günter Hörig ist tot. Er verstarb knapp 82-jährig am 17. Januar 2009. Mit Professor Günter Hörig verliert die deutsche Jazzszene einen ihrer profundesten Protagonisten der ersten Stunde, einen der fähigsten Jazzpädagogen und den wichtigsten Aktivisten für die Etablierung einer Nachkriegsjazzszene in Dresden.

Kaum ein Musiker hat in dem solchen Ausmaß wie Günter Hörig die Entwicklung des modernen Nachkriegsjazz in der DDR geprägt. Bereits 1947 hatte Hörig ein blutjunges Jazzsextett, als der Pianist 1952 die 1946 von Joe Dixie gegründeten Tanzsinfoniker übernahm, gab er damit gleichzeitig gemeinsam mit Gesinnungs- und Orchestergenossen den Startschuss für eine in jenen Jahren stilbildende Art des Jazzmusizierens in der DDR: Gespielt und in gewissem Maße somit auch propagiert wurden – damals zu Recht viel umjubelt, aber teils von den Kulturpolitikern beargwöhnt oder gar staatlichen Repressalien ausgesetzt – Swing und einige Jahre später auch gemäßigte Moderne in einem hochartifiziellen, konzertant anmutenden Gewand.

Günter Hörig begründete 1962 gemeinsam mit einigen „seiner“ Tanzsinfoniker und weiteren Mitstreitern an der Dresdner Musikhochschule die Fachrichtung Tanz- und Unterhaltungsmusik, aus der die heutige Fachabteilung Jazz, Rock, Pop hervorging. Das war deutschlandweit die erste Einrichtung, an der eine Vollausbildung Jazz, Rock, Pop mit Diplomabschluss angeboten wurde. Professor Rainer Lischka, Komponist, Musiktheoretiker, Arrangeur und selbst dem Jazz zugeneigt, betonte in seinem Rückblick anlässlich der offiziellen Verabschiedung auch Hörigs aus dem Lehrerteam der Musikhochschule vor zwei Jahren: „Akademische Erfahrungen fehlten damals gänzlich, so dass die Unterrichtsgestaltung, Lehrpläne und die dazugehörigen Stundentafeln erst entwickelt werden mussten. Das alles wurde mit viel Elan, Phantasie und Durchsetzungsvermögen geschafft. Dass dabei der Jazz immer an vorderster Stelle stand, ist vor allem Günter Hörigs Persönlichkeit und Autorität zu danken.“

Da Günter Hörig von Anfang an, zunächst als Student, dann als Lehrer, mit „seiner“ Dresdner Musikhochschule verbunden war, gingen Musikanten- und Lehrerleben Hand in Hand – für viele seiner Studenten eine glückliche Fügung. Auch als sich ab der Mitte der sechziger, Anfang der siebziger Jahre in der DDR das Spektrum der Stile und Spielauffassungen durch die Herausbildung von Freejazz und Jazzrock Schritt für Schritt zu verbreitern begann, stand Hörig unbeirrbar für den Grundsatz „Handwerk hat goldenen Boden“ – ein Prinzip, für das besonders Dresden und seine Musikhochschule bekannt wurde.

Wenn - um im Bereich des Jazz zu bleiben - zwei der wichtigsten Innovatoren des freien europäischen Jazz, Baby Sommer und Conny Bauer, ihr „Handwerk“ in den sechziger Jahren in Günter Hörigs Tanzmusikabteilung der Dresdner Hochschule erlernten, spricht dies für den Nestor des Dresdner Swingpianos und seine Kollegen.

Günter Baby Sommer: „Für mich ist mit dem Tode von Günter Hörig die für den frühen Dresdner Jazz wichtigste Person gegangen. Günter Hörig hatte sich nicht erst mit dem Aufbau und seinem Wirken an der Abteilung Tanz- und Unterhaltungsmusik der Dresdner Musikhochschule große Verdienste erworben, sondern schon in den fünfziger Jahren, als er entscheidend als freischaffender Jazzer zur Herausbildung einer Dresdner Jazzszene beitrug.“ Auch wenn, so Sommer weiter, Günter Hörig auf anderen stilistischen Gebieten als Sommer selbst unterwegs war, könne man nicht genug die innovatorische Leistung Hörigs der damaligen Zeit herausstreichen.

Stets fühlte sich Günter Hörig auch bis ins Alter hinein inmitten seiner Studenten – und zunehmend Absolventen – wohl, und denen machte es Spaß, mit dem Meister zu musizieren. Noch in den letzten Jahren standen Jüngere gemeinsam mit Günter Hörig auf Dresdner Bühnen und brachten Zuhörer „zum Kochen“. Immerhin: Das Dresdner Publikum wertschätzte, was Günter Hörig, der als Komponist nicht nur Jazz-Concertos, sondern auch Bühnen- und Filmmusiken geschaffen hat, mit einigen seiner ehemaligen Schüler an swingendem Modern-Bop-Feuerwerk so drauf hatte.

Günter Hörig hatte einst, Ende der vierziger, Anfang der fünfziger Jahre, persönlich erlebt, wie mit dem Orchester Heinz Kretzschmar eine Jazzband aus (pseudo-) politischen Gründen de facto aufgelöst wurde. Dass es ihm - sowohl als Hochschullehrer als auch als Orchesterleiter - in all den Jahren immer gelungen ist, „seinen“ Jazz in Dresden vor Anfechtungen zu schützen, ist sicher auch eines seiner Verdienste. Wenn Studenten heute John Coltrane, Peter Brötzmann, Thelonius Monk oder Cecil Taylor üben und Schlagzeug-Professor Baby Sommer weltweit zu den renommiertesten Perkussionisten zählt, sollte man auch an diese Art „Vorleistung“ Hörigs denken.

Mathias Bäumel

Donnerstag, 8. Januar 2009

Mit Fermáta ist die weniger bekannte, aber beste Band des früheren „Ostens“ wieder aktiv

Fermáta heute und in den endziebziger Jahren. (Foto: www.fermata.sk)

Mit Fermáta ist die nicht allzu vielen Fans bekannte, dessen ungeachtet aber beste Progressiv-Rock-Jazz-Band des früheren „Ostens“ seit einigen Jahren wieder aktiv. Gemeinsam mit dem mystischen, in seiner künstlerischen Eindringlichkeit weltweit unerreichten Czeslaw Niemen aus Polen und den schmissigen, weit ausholende Melodien, deftige Gitarrenriffs und die große Rock-Show-Gestik liebenden ungarischen Omega bildete die slowakische Band Fermáta mit ihrer kompositorischen, jazznahen Feinsinnigkeit, den rockjazzig-gitarristischen Qualitäten und ihrem künstlerischen Konzept, das sich Jahrzehnte dem herkömmlichen Rock-, Pop- und Jazzmarkt verweigerte, die große Dreiheit der Rockmusik hinter dem einstigen „eisernen Vorhang“.

Die seit 1973 existierende Band aus Bratislava war von Anfang ein Sammelbecken slowakischer Top-Rockmusiker. Chef und Gitarrist František Griglák kam von Pavol Hammels Band „Prudy“, der allerersten slowakischen Pop-Rock-Band überhaupt (Hit „Abrakadabra“), zu der auch Fedor Frešo, später dann Fermáta-Bassist, gehörte. Nachdem Griglák von 1971 bis 1972 mit seinem E-Gitarrenspiel den anfangs eher hausbacken-possierlichen Klassikrock-Sound von Collegium Musicum mit Spannung und Dynamik versehen hatte (er spielte Gitarre auf dem berühmten weiß-blauen Doppelalbum „Konvergencie“, auf dem auch Fedor Frešo mitgewirkt hatte) , gründete er 1973 gemeinsam mit Tomaš Berka seine Gruppe Fermáta. Frešo, bis Ende der siebziger Jahre der Standardbassist von Collegium Musicum, stieß dann 1980 dazu.

Griglák erinnert sich: „Ich verließ Collegium Musicum, weil meine Vorstellung von Musik sich von den Vorstellungen in der Band unterschieden, außerdem konnte ich mich mit meinen künstlerischen Ansprüchen gegen einen solch dominanten Solisten wie Marián Varga, den Chef und Keyboarder von Collegium Musicum, nicht durchsetzen.“ Und das wollte Griglák auf jeden Fall, denn sein musikalischer Horizont war viel weiter als der von Varga und nicht nur auf die bombastrockige Umsetzung von Barock- und Romantik-Mustern orientiert. „Fermata“ heißt Griglák zufolge „Bus- oder Straßenbahnhaltestelle“ auf italienisch, und im Hinblick auf den Bandnamen bedeute es „Stopp, wenn man mir als Musiker übel nachredet – bis hierher und nicht weiter! – Fermáta!“ Griglák, der sich damit offenbar auf die Verhältnisse innerhalb der Band Collegium Musicum bezog, machte ab da sein eigenes Ding!

Die Band hatte 1975 ein vielbeachtetes Debütalbum („Fermáta“), das Einflüsse von King Crimson und John MacLaughlin ebenso erkennen ließ wie eine Vorliebe für konzeptionell gestaltete Alben, eine Tendenz, die mit den darauf folgenden LPs noch viel deutlicher wurde. Entdecker, die sie selber waren und sind, machten die Musiker um Griglák und Berka Entdeckerisches zum thematischen Mittelpunkt ihrer Konzeptalben. Ent-Deckungen, also das Sicht-, Nutz-, Urbar- und Heimischmachen von bisher unbekannten Gefilden als musikkonzeptionelles Prinzip – das machte von Anfang an Fermáta zu etwas Besonderem.

Das zweite Album („Piesen z Hôl'“, 1976) unternimmt symbolisch und musikalisch Reisen durch slowakische Natur- und Brauchtumslandschaften, streunt durch einsame Täler und über letztmalig abgehaltene Märkte, besucht eine Hochzeit auf einer Bärenwiese und lauscht den klingenden Glocken des Städtchens Zvolen – alles selbstverständlich im harten Rockgewand, mit volksmusikantischen Elementen, die wie ferne Erinnerungen aufklingen, und jazzigen Improvisationen auf Top-Niveau.

Insbesondere mit ihrem dritten Album – „Huascaran“ (1977) – erreichte Fermáta einen Kultstatus wie kaum jemals eine weitere Band der früheren ČSSR. Die Band – seit jener Zeit im Volksmund als „Mahavishnu Orchestra des Ostens“ bezeichnet – brillierte mit einer ganz eigenen Stilistik, die man mit Begriffen wie Progressive Rock, Hard Rock und Jazz-Rock, aufgemischt und durchdrungen mit den melodisch-motivischen Essenzen slowakischer Folklore, umreißen könnte. Spätestens von dieser Platte an hatte Fermáta nicht nur ihre eigene Ursprungsband Collegium Musicum, sondern überhaupt sämtliche Art- und Prog-Rockbands inklusive Emerson, Lake and Palmer künstlerisch weit hinter sich gelassen! Allerdings – typisches Schicksal – von der westeuropäischen Öffentlichkeit völlig unbeachtet... »Huascaran« war eine außerordentlich beeindruckende Platte, voller Rockwucht und weit ausgreifender Melodien... Gewidmet ist das Werk einer tschechoslowakischen Hochgebirgsexpedition, die am 31. Mai 1970 am peruanischen Huascaran, dem mit 6768 Metern vierthöchsten Berg Südamerikas, tragisch endete: die 15-köpfige Bergsteigermannschaft wurde bei einem Bergsturz unter meterhohen Geröllmassen begraben. Entdecker-Thematik – diesmal tragisch.

Ent-Deckungen historischer Art bilden den thematischen Rahmen der LP „Dunajská Legenda“ (1980): Hier stehen mit Wlkina, Chotemir, Witemir, Unzat und weiteren jene altslawische Fürsten aus dem 9. Jahrhundert im Mittelpunkt, die wichtig für die Christianisierung des Gebietes zwischen dem Plattensee und der heutigen Slowakei vor der Landnahme durch die Ungarn waren – jedem dieser Ur-Slawen ist eine Komposition gewidmet, wobei das Gesamtwerk durch große stilistische Vielfalt besticht: von energetischem Jazzrock mit faszinierenden E-Gitarren-Improvisationen über lyrische, neo-romantische Passagen bis zu deftigem, intelligenten Funk und Art Rock ist alles dabei.

Um geografisch größere Zusammenhänge geht es auf der fünften Fermáta-LP „Biela Planéta“ (1980). Der weiße (nicht etwa blaue) Planet stellt die Erde als einen Ort dar, der noch unentdeckt und unerforscht ist („weiße Flecken“), die zupackende, abwechslungsreiche, teils songartige, immer mit faszinierenden Gitarren-Soli durchwirkte Musik ist denjenigen gewidmet, die in früheren Zeiten entscheidend mitgeholfen haben, aus dem weißen Planeten das zu machen, was er heute ist: unsere Erde. Es geht um die großen Entdecker James Cook, Vasco da Gama, Christoph Kolumbus, Ferdinand Magellan, David Livingstone und weitere.

Anfang der 80-er Jahre zeichneten sich Veränderungen ab. Griglák: „Wir fühlten uns damals unter Druck, weil unsere Musik für normale Hörer zu anspruchsvoll war.“ Mit der LP „Generation“ (1981) deuteten sich Veränderungen in Richtung Pop an – trotz des auf dieser Platte enthaltenen grandiosen Titels „Viňa Del Mar“, den die Band auch heute immer noch mit Erfolg spielt. Griglák weiter: „Von Anfang an sind wir in der Öffentlichkeit – nicht vom harten Kern unserer Fans – dafür kritisiert worden, dass wir nur instrumentale Stücke spielen.“ So wollte die Band damals etwas für sie Neues ausprobieren und spielte nun ein Album ein, das nach dem Allerweltsmuster „Rockgruppe inklusive poppiger Rockgesang“ gestrickt war – „ad libitum“ (1984), dessen Veröffentlichung František Griglák im Nachhinein für einen Fehler hält. Auch die folgenden Alben bis in die Mitte der 90-er Jahre hinein („Simile...“, 1991; und „Real Time“, 1994) konnten nicht die Qualität der früheren Fermáta-Werke halten.

Erst „X“ (1999), das 10. Album der Bandgeschichte, weckte wieder Hoffnungen, dass die Band an alte künstlerische Größe wieder anknüpfen könnte.
Schon seit Beginn der 80-er Jahre hatte es etliche Besetzungswechsel bei Fermáta gegeben, über einige Jahre existierte die Band quasi nicht. Einige neue Versuche, zu Beginn und zum Ende der 90er Jahre, scheiterten relativ schnell.

Eine Art Neustart fand 2005 mit dem Album „Next“ (2005) statt. Als CD-Autor ist „Fero Griglák & Fermáta“ angegeben, was die besondere Rolle des Supergitarristen und Komponisten herausstreicht, obwohl für das Wiederaufleben der Band Ur-Mitglied, Bassist und Manager Fedor Frešo organisatorisch eine entscheidende Rolle spielte.
Und seit Herbst 2007 ist Fermáta auch auf den Bühnen der Slowakei und Tschechiens wieder zurück. In der Besetzung František Griglák (g, prog), Peter Preložnik (keys), Fedor Frešo (b, b-ped) und Igor Skovay (dr) gab die Band am 14. Oktober 2007 im Zrkadlom-Club in Bratislava, Slowakei, ein vielumjubeltes Konzert, das nun seit einigen Monaten auf CD und DVD (übrigens als erstes Live-Album in der mittlerweile über 35-jährigen Bandgeschichte) vorliegt („Fermáta Live v Klube za zrkadlom“).

Hervor sticht der Titel „For Huascaran“, eine Essenz des 39-minütigen Konzeptalbums aus dem Jahr 1977. Im Anschluss folgen alte und neuere Stücke. Fermáta klingt heute nicht mehr wie 1975. Der Anteil sinfonischer Strukturen ist gegenüber Jazzrock oder Jazz-Fusion, der mal heftiger, mal leichter und luftiger sein kann, in den Hintergrund getreten. Die Band klingt für heutige Ohren im Sound mehr wie eine harte Rockband mit 80-er-Synthi-Touch, hinsichtlich der musikalischen Strukturen aber ziemlich jazznah. František Griglák ist als Gitarrist ungemein souverän, seine stilistischen Fertigkeiten und handwerklichen Mittel sind grandios, er kann Jazz, Rock und Jazzrock locker, sanft und hart spielen, hat ein Faible für ausgedehnte, flüssig gespielte, harmonisch abwechslungsreiche Soli.
Das neuere Material ist etwas melancholischer, lyrischer, der Jazzrock hat manchmal einen Latino-Einschlag, die heutige Fermáta-Band spielt die Songs nicht, wie sie auf den originalen Alben enthalten sind. Auf der Bühne fließen lange, expressive Soli und Improvisationen ein, ohne dass die Stücke dabei überaus lang würden. Von den späteren Stücken überzeugt gerade im Live-Konzert das grandiose Griglák-Stück „Viňa del Mar“, dessen Live-Zelebrierung zum Erlebnis wird. Die einzige und erste Fremdkomposition in der Geschichte Fermátas, die die vier im Konzertprogramm haben und die auf der 2007-er Live-CD enthalten ist, stammt aus der Feder Dežo Ursinys, von dessen grandiosem 1972-er Album „Provisorium“: „Apple Tree in Winter“. Das Stück spielt Fermáta in Gedenken an den 1995 verstorbenen Doyen der slowakischen Rockmusik, mit dem einst Fedor Frešo von 1967 bis 1968 in der Band The Soulmen gemeinsam gespielt hatte. Was im 1972-er Original bei Ursiny selbst ein zerbrechlich klingender, fein ziselierter, kammermusikartig gebauter Rocksong mit Beatles-Anklängen und Robert-Wyatt-Touch ist, wird heute bei Fermáta in völlig anderem Arrangement und strukturell verändert zu einem Hohelied auf kraftvoll-melodischen Gitarrenjazzrock.

Mathias Bäumel
(Dank an Volkmar Mantei)

PS.: Deutschlandpremiere! Fermáta gibt am Donnerstag, den 26. März 2009, in Dresden ein Konzert im Dresdner Universitätsklinikum. Es ist das allererste Fermáta-Konzert in Deutschland überhaupt, auch in der DDR konnte die Band nie auftreten.

Achtung: Am 11. Oktober 2012 ist diese Aussage hier korrigiert worden!

Montag, 22. Dezember 2008

Kommt, Ihr G’spielen: Das Zentralquartett kam nach Dresden - und spielte wie der Teufel!

Das Zentralquartett am 20. Dezember 2008 in der „Tonne“ Dresden. (Foto: Matthias Creutziger)

Einen rekordverdächtigen Besucherandrang bescherte der Auftritt des Zentralquartetts am 20. Dezember 2008 dem Jazzclub Neue Tonne Dresden. Die äußerst agilen vier nun schon etwas älteren Herren brillierten mit einem atemberaubenden Zusammenspiel, mit begeisternder musikantischer Souveränität und dem großen Atem der Jazzgeschichte. Mit diesem denkwürdigen Konzert krönte das Quartett, das 1973 als „Synopsis“ zum Jazz Jamboree in Warschau ganz Jazz-Europa aufhorchen ließ, das Konzertprogramm der „Tonne“ des Jahres 2008. Im Zentrum des musikalischen Geschehens befanden sich auch diesmal jene Melodien der deutschen Volksmusik, die von Uli Gumpert und seinen Workshopbands, von Synopsis und dem Zentralquartett im Laufe der letzten 35...40 Jahre dem muffig-stinkigen Sumpf falscher Ideologien entrissen und durch frisch-freejazzige Interpretationen als musikkulturelle Schätze erkennbar gemacht wurden.

Freitag, 5. Dezember 2008

Von der Sprengung der normativen Jazzästhetik

Vor 35 Jahren begeisterte Synopsis in Warschau die europäische Jazz-Szene


Das Zentralquartett 1994. (Foto: Matthias Creutziger)

Ein Jubiläum steht an. Und zwar eines, das auf das vielleicht folgenreichste Konzert verweist, das eine DDR-Jazz-Band je gegeben hatte. Vor 35 Jahren, im Oktober 1973, gab die Ostberliner Band Synopsis ein Konzert im Rahmen des Festivals Jazz Jamboree in Warschau.

Die Ur-Besetzung von "Synopsis" - anfangs noch als Ulrich Gumpert Quartett firmierend - bestand aus der Rhythmusgruppe der damaligen Kultband SOK. Mitglieder waren Günter Baby Sommer (Drums), Gert Lübke (Bassgitarre), Günter Dobrowolski (Gitarre), und Ulrich Gumpert (E-Piano).

Dieses Quartett spielte um 1972 herum einige Konzerte und es nahm während eines Konzertes in der "Großen Melodie" am 11. September 1972 einige eigene Titel auf, gemeinsam mit Ernst-Ludwig "Luten" Petrowsky.

Mit diesem Band bewarben sich Uli Gumpert und Baby Sommer im Oktober 1972 in Warschau beim Jazz Jamboree für 1973. "Eigentlich", so Baby Sommer heute verschmitzt, "dachte ich zuerst und vor allem an Willis Conover, den in Warschau ich zu treffen hoffte." Conover war verantwortlicher Moderator der auch im Ausland sehr populären Voice of America Jazz Hour bzw. Music USA des US-Rundfunksenders "Voice of America". Conover war zwar in den USA kaum bekannt, dafür aber eine sehr einflussreiche und bekannte Persönlichkeit in Osteuropa. Sommer damals zu Gumpert: "Im Radioprogramm von Voice of America gespielt zu werden, das wäre doch was!" Doch Gumpert bremste etwas und meinte, ein Auftritt beim Jazz Jamboree in Warschau sei schon viel - und übergab das Band dem Festivalveranstalter. Und tatsächlich: Synopsis wurde für 1973 eingeladen!

In den Monaten darauf veränderte sich aber die Besetzung von Synopsis. Gert Lübke und Günter Dobrowolski schieden aus. "Sie konnten dem Drängen nach freieren Spielweisen von Uli und mir nicht folgen, die beiden waren eher auf Muggen zum Geldverdienen orientiert, wir dagegen wollten radikalere und eigene improvisierte Musik machen", erinnert sich nach etwa 35 Jahren Baby Sommer. Gert Lübke sieht das im September 2008 ähnlich. "Ich hatte acht Personen zu ernähren, und mit diesem Jazz konnte man nicht gerade Geld verdienen... So hatte ich mich um weitere Verdienstmöglichkeiten gekümmert, hatte viel im Rundfunk zu tun, auch bei Jo Kurzweg, so dass ich bei Synopsis nicht mehr mitmachen konnte." Schließlich gingen Lübke und Dobrowolski ganz zum Orchester Jo Kurzweg (dem Orchester des DDR-Fernsehens), das auch viele erfolgreiche Amiga-LPs herausgab, und Conny Bauer sowie "Luten" Petrowsky stiegen stattdessen bei Synopsis ein. - Die sogenannte Originalbesetzung von Synopsis (was ja, genau genommen, nicht stimmt) war geboren.

Logisch, dass die Veranstalter des Jazz Jamboree-Festivals 1973 zunächst sehr skeptisch waren, denn sie waren überrascht nicht nur von der aktuellen, sich von den Bewerbungsunterlagen unterscheidenden Besetzung - Conny Bauer, Posaune; Uli Gumpert, Piano; Ernst-Ludwig Petrowsky, Altsax; Baby Sommer, Drums -, sondern auch vom radikalen Freejazz der Gruppe, mit dem die Polen keinesfalls gerechnet hatten.

Das Publikum, zu dem auch viele aus aller Herren Länder angereiste Jazzfans gehörten, aber feierte das ostdeutsche Quartett frenetisch. Die Konsequenzen: die internationale Jazz-Welt, für die das Warschauer Jazz Jamboree stets eine Bühne für Jazz aus realsozialistischen Ländern war (und für die Musiker von da immer auch ein Sprungbrett in die internationale Bedeutsamkeit), schaute plötzlich auf die Freejazzer aus der DDR, anerkannte schrittweise deren Bemühen, freie Improvisationen mit den hiesigen, deutschen Volksmusiktraditionen zu verbinden und nahm auf diese Weise den europäischen Freien Jazz insgesamt mehr in den Blick.
Es kam für Synopsis zu Einladungen, zur Zusammenarbeit mit westeuropäischen Spitzenmusikern und zu immer mehr internationalen Auftritten der Synopsis-Musiker. Vor allem befruchtete dieser "Urknall" die Herausbildung einer spezifisch europäischen Improvisationsmusik und ermöglichte eine immer intensiver werdende Kooperation mit westdeutschen Kollegen.
Dieser wirklich "bahnbrechend" zu nennende Erfolg von Synopsis im Herbst 1973 führte auch dazu, dass die offizielle DDR-Kulturpolitik den Freejazz im eigenen Land als international anerkannt wahrnehmen und ihre eigenen Auffassungen zu Gut und Schlecht in der Musik revidieren musste. Synopsis 1973 in Warschau - das initiierte nicht mehr und nicht weniger als einen Paradigmenwechsel in der DDR-, ja: gesamtdeutschen, vielleicht sogar europäischen Jazzkultur.

Wie so häufig im Bereich der DDR-Jazz- und Rockmusik: der Rundfunk der DDR reagierte schneller als die Schallplatte. Schon am 5. und 6. März 1974 nahm Synopsis im Rundfunk-Studio fünf Titel auf, die archiviert und teils gesendet wurden. Doch der Erfolg rief auch Amiga auf den Plan - diesmal schnell: Das Quartett nahm im Studio des DDR-Schallplattenlabels am 22. und 23. April sechs Stücke auf, die noch 1974 auf der ersten Synopsis-LP erschienen.
Free Music Production (FMP) in Westberlin kaufte die fünf Aufnahmen des Rundfunks der DDR und veröffentlichte sie - ebenfalls noch 1974 - als LP mit dem Titel "Auf der Elbe schwimmt ein rosa Krokodil".
1975 verließ Conny Bauer die Band, um seine eigene Gruppe FEZ zu gründen (mit Hannes Zerbe, p; Joe Sachse, g; Christoph Niemann, b; Peter Gröning, dr), ersetzt wurde er bei Synopsis durch den Bassisten Klaus Koch.
Dieses Quartett konnte ein 1977 in Mittweida stattfindendes Konzert mitschneiden, das erst 1996 durch das Engagement von Uli Gumpert und den FMP-Leuten auf dem Privat-Label Syn als CD "Synopsis'77 - Live in Mittweida" herauskam.
Um 1978 löste sich die Band zunächst auf - zu viele verschiedene Projekte, Angebote und Tourneen wollten bewältigt sein...

Erst 1984 kam es zu einer Wiedergründung - auf Initiative Baby Sommers anlässlich einer Konzertreihe in Paris, diesmal jedoch unter dem Namen "Zentralquartett". Die für das französische Label "nato" eingespielte LP "Ascenseur Pour Le 28" (nato 329) firmiert auf dem Cover als "Günter Sommer et trois vieux amis", was die treibende Rolle Sommers für das Quartett nur unterstreicht.
Unmittelbar nach der Wende erschien auf dem Amiga-Nachfolger Zong die nächste LP (die erste unter diesem neuen Namen), die später - ebenso wie das "Rosa Krokodil" - auf dem schweizerischen Intakt-Label als CD wiederveröffentlicht wurde. Seither legte die "Viererbande" bis in die Gegenwart auf Intakt Records noch drei weitere CDs vor: "Plié", "Careless Love" und "11 Songs - Aus Teutschen Landen".

Bert Noglik stellte vor fünf Jahren, zum dreißigsten Geburtstag der Band, fest: "Von ‚Synopsis´ zum ‚Zentralquartett´: der Zusammenschluss von vier Individualisten zu einer musikalisch-konspirativen Vereinigung, Initialzündung und Assoziationskette: Mutig wurde eine normative Jazzästhetik aufgesprengt, das Panorama des freien Spiels ausgeschritten und das vermeintliche Vakuum mit gestaltbildender Kraft ausgefüllt." Dies gilt heute immer noch. Und Noglik weiter: "Diese Band kündete von einem neuen Selbstbewusstsein, das gewissermaßen in ständiger Reibung mit der Enge der Verhältnisse, der Behauptung gegenüber Bevormundung, im Austausch mit der internationalen improvisierten Musik und in Tuchfühlung mit der heimischen Zuhörerschaft gewachsen war."
Das dies auch heute noch zu spüren und dass eine solche Musik gerade auch heute wieder nötig ist - davon kann sich jeder Musikfreund am 20. Dezember 2008 zum Zentralquartett-Konzert im Jazzclub Neue Tonne Dresden überzeugen.

Nachbemerkung zur Geschichte:
Lübke und Dobrowolski spielten zunächst weiterhin auch bei SOK, schließlich gingen beide nach der Auflösung von SOK 1975 ganz zum Orchester Jo Kurzweg.

Günter Dobrowolski - 1968 gemeinsam mit anderen Gründungsmitglied des Modern Septetts Berlin, später Modern Soul - bekam schon bei Jo Kurzweg Probleme mit seinem eigenen Tabletten- und Alkohol-Konsum, schließlich flog er dort aus der Band und hatte es - obwohl ein guter Gitarrist - immer schwerer, Arbeit zu finden. Vor einigen Jahren nahm sich Günter Dobrowolksi das Leben.


Der mittlerweile über 70 Jahre alte Gert Lübke arbeitet vor allem in und um Berlin immer noch als Bassist und Bassgitarrist in verschiedenen Bands, darunter regelmäßig bei Acki Hoffmann & Friends im Berliner Jazz- und Bluesschuppen "Yorckschlösschen". Was jedoch nicht ausschließt, dass Lübkes Name auch immer wieder bei größeren Formationen wie der Jazz Bigband Berlin und der Swing Collection Berlin auftaucht. "Ich bin froh, dass ich gesundheitlich gesehen noch ganz gut dabei bin, noch spielen kann", so Lübke am Telefon. Er sei eben ein "Telefonmusiker", der heute von diesem, morgen von jenem angerufen werde, wenn ein versierter Bassist gebraucht wird.

Freitag, 28. November 2008

Zum Nikolaus brennt in der „Tonne“ nicht die Zeitung, aber die Luft

Am 6. Dezember 2008 konzertiert das Contemporary Noise Sextet in der Dresdner „Tonne“













Das nächste Festival JAZZWELTEN des Jazzclubs Neue Tonne Dresden wirft seine Schatten voraus - es wird vom 20. bis 28. März 2009 stattfinden, die Arbeiten am Programm sind fast abgeschlossen. Ab etwa Januar steht das Programm dann auf der „Tonne“-Internetseite.

Aber schon jetzt wird der Dresdner Jazzclub mit einem ersten Auftakt-Konzert auf die JAZZWELTEN 2009 aufmerksam machen.

Dafür hat er eine wirkliche „Überflieger-Band“ eingeladen, deren Konzert am 6. Dezember 2008 (21 Uhr) auf das verweist, worum es bei den JAZZWELTEN 2009 gehen wird:
Das CONTEMPORARY NOISE SEXTET bietet Jazz -- so kräftig, wild und charmant wie Filmmusik, Klänge im Spannungsfeld zwischen Druck und Poesie, Wucht und Finesse! Eine Hammer-Band!