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Donnerstag, 5. Mai 2011

Reiz des Jazz liegt gerade in den Abweichungen vom »Normalen«

Bei improvisierter Jazzmusik liegt der Reiz gerade in den Abweichungen vom Normalen. Zumindest aus neurologisch-psychologischer Sicht ist dies so, wie eine Veröffentlichung im Ärzteblatt verdeutlicht. Der Artikel verweist auf Untersuchungen des Musikers und Psychologen Peter Keller vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig.
Ausführlichere Erläuterungen mit Audiobeispielen findet man hier auf der Web Site des Instituts.


M. B.

Dienstag, 11. August 2009

Sächsische Kulturstiftung gibt 2009 mehr Geld für Jazz als im Jahr zuvor


Wie funktioniert die Klaviatur der sächsischen Jazzförderung? Trotz Aufstockung bleibt diese Musik ein Stiefkind: Im Jahre 2008 betrug der Anteil der Jazzförderung am Fördervolumen Darstellende Kunst/Musik lediglich etwa 7 Prozent. (Foto: Christian Seidel/pixelio)

Für die Förderung von Jazz und improvisierter Musik gibt die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen im Jahre 2009 78.200 Euro aus. Das sind 9.000 Euro mehr als im Jahr davor. Regional gesehen sind dabei Leipziger Veranstalter die Gewinner – 2009 fließen 24.000 Euro mehr als noch 2008 in Leipziger Projekte, während Chemnitzer und Dresdner Projekte mit 15.000 Euro weniger als 2008 von der sächsischen Kulturstiftung gefördert werden.

In Dresden vorgenommene Einsparungen gehen vornehmlich zu Lasten innovativer und künstlerisch freier Projekte. So erhielt das Jazzwelten-Festival des Jazzclubs Neue Tonne weniger, das Festival Frei Improvisierter Musik der Blauen Fabrik überhaupt keine Förderung. In Dresden von einer Kürzung verschont geblieben sind dagegen die eher auf konventionelle und mehrfach eingeführte Programmpunkte orientierten Jazztage Dresden der kommerziellen Agentur Grandmontagne.
Jedoch profitieren in Leipzig gerade innovative und künstlerisch freie Projekte von finanzieller Aufstockung und Umverteilung der Gelder der sächsischen Kulturstiftung.

Damit unterstützen diese Förderentscheidungen im Gegensatz zu den Intentionen der antragstellenden Dresdner Veranstalter die in der Öffentlichkeit vorgefassten Meinungen vom kreativen Leipzig und dem eher konservativen Dresden.

Auch das innovative, zeitgemäße Telekommunikationstechnik einbeziehende Improvisationsprojekt zur Chemnitzer Jazzakademie (B.I.G. Verein zur Förderung der musikalischen Bildung e. V.) erhielt keine Förderung, während das auf musikpädagogische Ziele und stilistische Breite orientierte Leipziger Improvisationsfestival des erst vor kurzem von Berlin nach Leipzig umgezogenen Deutschen Instituts für Improvisation e. V. sofort mit 8000 Euro gefördert wurde.

Im Jahre 2008 bearbeitete der Fachbeirat Darstellende Kunst und Musik 261 Anträge, davon wurde die reichliche Hälfte (139) mit einer Fördersumme von zusammen 1.031.623,65 Euro positiv beschieden.

Als Teil dessen ist die Förderung des Jazz und der improvisierten Musik verschwindend gering. Der Anteil der Jazzförderung am Fördervolumen Darstellende Kunst/Musik betrug 2008 lediglich etwa 7 Prozent. Im Jahre 2009, für das exakte Zahlen noch nicht vorliegen, „haben wir einen ähnlichen Zahlenkorridor“, wie der stellvertretende Stiftungsdirektor Dr. Manuel Frey sagt.

Der Fachbeirat Darstellende Kunst und Musik der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen sichtet die eingehenden Förderanträge und erarbeitet für die jährlich zwei Förderperioden jeweils eine Empfehlung. Diese Empfehlung werde dann vom Vorstand „nahezu immer“, wie Frey erläutert, übernommen und zur Förderung beschlossen.

Die Mitgliedschaft im Fachbeirat läuft über drei Jahre, auch, „um Verkrustungen zu vermeiden, neues Wissen zu berücksichtigen und von neuen Sichtweisen profitieren zu können“, so Frey.

Der aktuelle Fachbeirat Darstellende Kunst und Musik, der auch die Jazz-Anträge der nächsten Förderperiode begutachtet, hat sieben Mitglieder, darunter vier Fachleute für Theater und Tanz sowie drei für Musik: den Leipziger Kirchenmusikfachmann Professor Christoph Krummacher, den Musikhistoriker und Schütz-Fachmann Professor Matthias Herrmann aus Dresden und den jungen Leipziger Komponisten Christian FP Kram.

(M. B.)

Donnerstag, 4. September 2008

Mitten unter den Leuten

Das 16. Chemnitzer Jazzfestival startet am 13. September

Mit einem Symposium zur Situation des Jazz in Sachsen und zur Förderung des Jazznachwuchses beginnt am 13. September 2008 (ab 9 Uhr) das 16. Chemnitzer Jazzfestival. Veranstaltungsort des Symposiums sind die Räume der Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft m.b.H. (GGG - erste Etage, Rathaus-Passage).

Um 15 Uhr am selben Tag fällt dann der klingende Startschuss: Unter dem Motto "Chemnitz swingt" gibt es das Eröffnungskonzert auf dem Jakobi-Kirchplatz mit vielen Nachwuchsbands sowie mit "C Major Jazz and No Waiters" mit Anett Putz - das Ganze läuft bis Mitternacht.
Sämtliche weiteren Konzerte des Festivals finden bis in die zweite Hälfte des Oktobers verteilt an verschiedenen Wochenend-Terminen statt.

Künstlerischer Höhepunkt ist der Auftritt des James Carter Quintets am 18. Oktober (20 Uhr) im Turmbrauhaus. Carter, einer der fulminantesten Saxofonisten der zeitgenössischen Szene, hat sich in den vergangenen zehn Jahren den Ruf eines der künstlerisch potentesten Nachfolger der Großen der fünfziger und sechziger Jahre wie Charlie Parker, John Coltrane oder Sonny Rollins erarbeitet und erblasen. Er wird von hochkarätigen Musikanten wie dem Trompeter Dwight Adams, dem Pianisten Gerald Gibbs, dem Drummer Leonard King und dem Bassisten Ralphe Armstrong begleitet.

Der besondere Wert des Chemnitzer Jazzfestivals liegt sowohl in seiner Absicht, die Konzerte unmittelbar in den Alltag der Menschen hineinzubringen (fast alle Konzerte finden bei freiem Eintritt im öffentlichen Raum statt, entweder im Atrium der Rathaus-Passage oder auf dem Jakobi-Kirchplatz) als auch in der Förderung des Jazznachwuchs aus der Region (was man am Programm leicht feststellen kann).
Das vollständige Programm entnehmen Sie den Internetseiten des Chemnitzer Jazzclubs.